Autor: Stefan Schill, erstellt am 19. November 2001
(Schill.Stefan@t-online.de)

Heinrich Himmler hat am 4. Oktober 1943 in Posen eine dreistündige Rede vor ausgewählter SS-Zuhörerschaft gehalten. Der nachfolgende Text zitiert die markantesten Passagen in ihrer ursprünglichen Reihenfolge. Die jeweiligen Überschriften wurden vom Autor selbst gewählt. Als Quelle diente dabei der Film 'Das Himmler-Projekt', welcher am 4. November 2001 auf 3sat ausgestrahlt wurde.

ÄUSSERE FRONT

"Es ist eben grundfalsch, wenn wir unsere harmlose Seele - wie gesagt, von Herder angefangen - unseren Idealismus in diese Völker hineintragen. (Ein Grundsatz muss für den SS-Mann absolut dasein: ehrlich, anständig, treu, kameradschaftlich haben wir zu unserem eigenen Blut zu sein und sonst zu niemand anders.)
Wie es dem Russen geht, wie es dem Tschechen geht, ist mir total gleichgültig. Das, was in den Völkern an gutem Blut da ist, das werden wir uns holen, in dem wir denen, wenn notwendig, die Kinder rauben und bei uns großziehen. Ob die anderen Völker in Wohlfahrt leben, ob sie verrecken vor Hunger, das interessiert mich nur soweit, als wir sie als Sklaven für unsere Kultur brauchen. Anders interessiere ich mich nicht. (Ob bei dem Bau eines Panzergrabens zehntausend russische Weiber an Entkräftung umfallen oder nicht, interessiert mich nur nur soweit, als der Panzergraben für Deutschland fertig wird.)
Wir werden niemals roh sein und herzlos, wo es nicht sein muss. Das ist klar. (Wir Deutsche, die wir als einzige auf der Welt eine anständige Einstellung zum Tier haben, werden ja auch zu diesen Menschentieren eine anständige Einstellung einnehmen.)
Aber uns Sorgen machen? Denen Ideale bringen, damit unsere Söhne und Enkel es noch schwerer haben mit denen, ist ein Verbrechen gegen unser eigenes Blut."

INNERE FRONT

"Es kommt ja uns nicht wirklich darauf an, daß wir irgendeinen töten. (Wenn man so viele Menschen erschießen lassen musste, wie wir das tun mussten oder wie ich das tun muss, dann kommt es einem allmählich immer härter an, ein Todesurteil zu unterschreiben, denn es ist ja furchtbar leicht ausgesprochen.)"

"Es genügt mir für diese Erziehung völlig, wenn ich immer von hundert Devitisten, die hinterher 'Hurra' schreien, wenn ich da einen packe und den Kopf vor die Füße lege. (Dann sind nämlich die anderen neunundneunzig für ein viertel Jahr still.)
Man wird nach dem Krieg einmal feststellen könne, welcher Segen es für Deutschland war, daß wir allen Humanitätsdußelern zum Trotz - das kann ich für mich in Anspruch nehmen, kann ich sagen - daß ich diese gesammte kriminelle Unterschicht des deutschen Volkes in die KZs einsperrte."

GEISTIGE FRONT

"Wir sind in der glücklichen Lage, sehr viele Teile Europas besetzt zu haben, in der nachteiligen Lage, damit Millionen Menschen und Dutzende von fremden Völkern unter uns zu haben und damit gegen uns. Wir haben automatisch jeden gegen uns, der überzeugter Kommunist ist. Wir haben jeden Juden gegen uns, wir haben jeden Freimaurer gegen uns, jeden Demokraten, jeden überzeugten Christen. Das sind die weltanschaulichen Gegner, die wir in ganz Europa gegen uns haben und die der Feind gesammelt für sich hat."

SS

"Menschliche Unzulänglichkeiten kommen überall vor, überall. Die Organisationen unterscheiden sich nur durch folgendes:
- die eine Organisation vertuscht das und sagt: 'Um unser Ansehen nicht zu schädigen muss da die berühmte Decke der christlichen Nächstenliebe darüber gebreitet werden.'
- die andere Organisation reinigt sich selbst brutal. Sie sagt: 'Jawohl, das war ein Schwein, den haben wir erschoßen, den haben wir eingesperrt oder auf jeden Fall haben wir ihn herausgeschmißen. So, jetzt befasst Euch damit, plaudert darüber der sonst etwas.' Weil man dann das Recht hat zu sagen: 'Aber wenn von Euch einer ein Schwein ist, dann kommt er genauso dran.'
Nämlich das ist dann unser moralisches Recht. Als Reichsführer SS, als Chef der deutschen Polizei und jetzt als Reichsinnenminister hätte ich nicht das moralische Recht, gegen irgendeinen Volksgenossen vorzugehen."

JUDEN

"Die Reichtümer, die sie hatten, haben wir ihnen abgenommen. (Und ich habe den strikten Befehl gegeben, den Obergruppenführer Pohl durchgeführt hat.) Wir haben diese Reichtümer restlos dem Reich, dem Staat abgeführt. Wir haben uns nichts davon genommen.
(Einzelne, die sich verfehlt haben, die werden gemäß einem von mir gegebenen Befehl, den ich am Anfang gab - wer sich auch nur eine Mark davon nimmt, ist des Todes - (Eine Anzahl SS-Männer haben sich dagegen verfehlt. Es sind nicht sehr viele und) sie werden des Todes sein. Gnadenlos.)
Wir haben das moralische Recht, wir hatten die Pflicht, unserem Volk gegenüber das zu tun, dieses Yolk, das uns umbringen wollte, umzubringen. Wir haben aber nicht das Recht, uns auch nur mit einem Pelz, mit einer Mark, mit einer Zigarette, mit einer Uhr, mit sonst etwas zu bereichern. Das haben wir nicht. Denn wir wollen nicht am Schluß, weil wir den Bazillus ausrotteten, an dem Bazillus krank werden und sterben."

1000-JÄHRIGES REICH

"Solange wir die Kraft hatten, haben und haben werden, solange wird dieser Orden gesund sein. In dem Augenblick, wo wir dieses Gesetz unserer Blutsgrundlage und das Gesetz der Auslese und der Härte gegen uns selbst vergessen würden, in dem Augenblick würden wir den Keim des Todes in uns haben. Und in dem Augenblick würden wir zu Ende gehen, wie jede menschliche Organisation, wie jede Blüte in dieser Welt einmal zu Ende geht.
Dieses Erblühen und dieses Fruchttragen für unser Volk möglichst segensreich, möglichst lang, und, erschrecken sie nicht, möglichst in die Jahrtausende gehen zu lassen, muss unser Bestreben sein, muss unser inneres Gesetz sein. Und deswegen sind wir verpflichtet, wann wir auch zusammenkommen und was wir auch tun, uns unseres Grundgesetzes zu besinnen: Blüte, Auslese, Härte.
(Das Gesetz der Natur ist eben so: Was hart ist, ist gut. Was kräftig ist, ist gut. Was aus dem Lebenskampf körperlich, willensmäßig, selisch sich durchsetzt, das ist das Gute - immer auf die Länge der Zeit gesehen."

AUSBLICK

"Und ich möchte heute schon voraussagen. Ich bin der ketzerischen Ansicht, daß wir - Gott sei Dank - nach dem Krieg ein armes Volk sein werden. Ich finde das geradezu beglückend. (Nämlich wenn wir reich und wohlhabend wären, wäre es mit uns wahrscheinlich nicht zum Aushalten. Wir würden uns vor lauter Großkotzigkeit überschlagen. Wir würden vor Größenwahn nichts wissen wollen.)
Ich hoffe und glaube - ich glaubs wirklich aus Überzeugung, weil der Krieg sehr viel, sehr viel Geld kostet, was wir alles aus uns heraus finanzieren - ich glaube, wir werden ein armes Volk sein. Damit werden wir zur Arbeit wieder kommen. Wir müssen bloß verhindern, daß dann jeder sagt: 'Dienstmädchen? Nein, das kann eine Deutsche nicht. Da muss 'ne Fremde her.' Daß wir dann - wie die alten Römer selig - uns ein Sklavenvolk anschaffen und mit denen uns dann rassisch verderben."

TROST

"Das Geld um die Städe abzureißen hätten wir nie aufwenden können. Jetzt hat das Schicksal sie abgerißen und wir werden sie dann wahrscheinlich vernünftig und gelockert wieder aufbauen."